Historie

„Sie reisen auf dem Pfad der Zeit, den sie weder schaffen noch bestimmen, auf dem sie aber mit mehr oder weniger Geschick navigieren können.“

Dies schrieb der Historiker Paul Kennedy in ‚The Rise and Fall of the Greatest Powers‘ über Staaten, was im selben Maße auch für die Entwicklung von Institutionen oder Unternehmen gilt, die von Menschen gestaltet und geführt werden. Strategisches Handeln war und ist immer Umweghandeln. Es hat zum Ziel, Erfolgspotentiale für morgen zu erschließen, indem man heute Vorleistungen erbringt bzw. rechtzeitig in künftige Handlungsmöglichkeiten investiert.

Es beginnt stets mit der Eingebung einer visionären Idee. Wird diese Idee dann verknüpft mit dem Mut, Entscheidungen zu treffen, wird Zukunft möglich. Denn was den Erfolg strategischer Entscheidungen etwas zu tun oder auch etwas ganz bewusst zu lassen dann letztlich ausmacht, ist die Beharrlichkeit ihrer Umsetzung.

Die lange Firmengeschichte macht klar, dass es in dieser Zeit immer wieder Menschen in verantwortlicher Stellung gegeben haben muss, die zukunftssichernde Entscheidungen getroffen haben. In der Rückschau wurden damit Meilensteine in der Entwicklung zur heutigen Firma Achenbach Buschhütten als einem weltweit tätigen High-Tech-Maschinen und Anlagenbauunternehmen gesetzt.

Damit wurden im Laufe der vergangenen fünfeinhalb Jahrhunderte die folgenden Epochen beschrieben, die zudem die industrielle Entwicklung einer ganzen Region widerspiegelt; dem Siegerland, das, auch als Eisenland bezeichnet, zu den ältesten Industrieregionen Deutschlands zählt.

  • Gründungsurkunde
    Aufwerfhammer
    Hammer

    Epoche I 1452 – 1846

    EISENHAMMER

    Im Jahr 1452 wurde genau an der Stelle, an der heute die Firma Achenbach steht, von den Brüdern Gotthard, Henne und Siebel Busch der ‚Buschhütter Eisenhammer‘ errichtet. Das darin produzierte Stabeisen verkaufte man an lokale Schmiedewerkstätten, die daraus unterschiedlichste Werkzeuge und Geräte für Landwirtschaft, Haushalt und Handwerk herstellten. Nach über 300 Jahren wurde der Eisenhammer am 30. Mai 1846 an die ‚Eisengießerei Engelhard Achenbach‘ in Kaan-Marienborn verkauft, da das bisher praktizierte Verfahren mit Holzkohle durch die Erfindung des mit Steinkohle arbeitendem ‚Puddelbetriebs‘ unrentabel geworden war.

  • Giesserei 1820
    Giesserei 1899
    Achenbach 1846

    Epoche II 1846 – 1888

    EISENGIESSEREI

    Noch im selben Jahr des Erwerbs, 1846, riss man den Buschhütter Eisenhammer ab und baute an seiner Stelle eine neue Eisengießerei, deren Leitung die drei Brüder Achenbach übernahmen. Anfänglich umfasste das Produktprogramm zunächst vor allem Haushaltsgeräte und landwirtschaftliche Geräte, mit wachsender Industrialisierung verlagerte man die Produktion dann mehr auf Gussprodukte wie Walzen und Walzenständer. Dank der Eisenbahnanbindung konnte der Absatzmarkt regional ausgeweitet werden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Firma zur reinen Walzengießerei und mit dem Tod des letzten der drei Achenbach Brüder in Engelhard Achenbach Seelig Söhne umbenannt.

  • Walzwerk 1888
    Achenbach 1902
    Walzwerk 1919

    Epoche III 1888 – 1945

    WALZWERKBAU für alle Metalle

    In dieser Epoche entstand der Maschinenbau als ‚zweites Standbein‘. So wurden 1888 die ersten zwei Walzwerke für Eisenbleche gebaut. Im Laufe der Jahre wurde der Walzwerkbau dank zahlreicher Aufträge aus dem anfangs regionalen und später nationalen Absatzmarkt als eigenständiger Unternehmensbereich neben der Gießerei aufgebaut. Ab Mitte der 20er Jahre legte Dr.-Ing. Ernst Barten, der mittlerweile die Leitung des Unternehmens übernommen hatte, den Entwicklungsschwerpunkt auf den Bau von Nicht-Eisen-Metall-Walzwerken. So wurde 1911 das erste Walzwerk für das Leichtmetall Aluminium gebaut, 1927 das Bandwalzen eingeführt und damit der Startpunkt für die Entwicklung der Folienwalztechnologie gesetzt. Die Beinamen ‚Engelhard‘ und ‚seelig‘ wurden 1933 aus dem Firmennamen Engelhard Achenbach Söhne gestrichen, so dass die Firma fortan Achenbach Söhne GmbH hieß.

  • Walzwerk 1948
    Walzwerk 1952
    Walzlinie 1969

    Epoche IV 1945 – 1970:

    WALZWERKBAU für NE-Metalle

    Nachdem der Betrieb nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen im Mai 1945 stillgelegt worden war, wurde die Produktion gegen Ende des Jahres wieder aufgenommen. In dieser Zeit begann die Spezialisierung auf den Bau von NE-Metall-Walzwerken sowie die Aufnahme der Exporttätigkeit. Der Aufschwung im Bandwalzwerkbau markierte den Beginn der Folienwalztechnologie, die dem Unternehmen später zur Weltmarktführerschaft gereichen sollte. So entstand 1952 das erste in jener Zeit als Folienwalzwerk zu bezeichnende Walzwerk.

    Ein weiterer Meilenstein wurde 1969 gesetzt: Achenbach lieferte eine fünfgerüstige Aluminium-Breitband-Folienwalzlinie mit – erstmalig!- integrierter Transport- und Hochregal-Lagertechnik ins Rheinland. Mit der kommunalen Neuordnung im Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Ende der 'rechtlichen' Selbstständigkeit von Buschhütten in den späten 60er Jahren wird der Ortsname Buschhütten mit in den Firmennamen integriert; ab jetzt heißt die Firma Achenbach Buschhütten GmbH.

  • Epoche V 1970-2010:

    WALZWERKBAU für NE-Metalle und Folienschneidmaschinen

    In dieser Epoche entstand die Weltmarktführerschaft von Achenbach im Feinband- und Folienwalzwerkbau. Ab 1970 erfolgte die Entwicklung von verfahrenstechnischen Anlagen zur Walzölfiltration und im Zuge des wachsenden Umweltschutzbewusstseins auch zur Abluftreinigung sowie der Aufbau einer eigenen Automatisierungstechnik. Durch die Fortführung der Internationalisierungsstrategie in Richtung Nordamerika und Asien wurde der Weltmarkt als Absatzmarkt erschlossen. Im Jahr 2006 wurde das Produktprogramm um OPTIFOIL® Schneidmaschinen, Doppler und Separatoren für Dünnband und Folie aus Aluminium und Convertingmaterialien erweitert. Neben der systematischen Umstellung vom Maschinen- zum Maschinen- und Anlagenbauunternehmen und der Entwicklung entscheidender technischer Innovationen entstanden auch die ersten Gesamtanlagen, die für die heutige Position und weitere Entwicklung von Achenbach wegweisend sind, mit dem Ziel, als Spezialist mit einem integrativen Technologieansatz auf dem Weltmarkt Systemanbieter für NE-Walzwerke und Folienschneidmaschinen zu sein. Ab 2013 firmiert das Unternehmen gesellschaftsrechtlich unter Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG.

    Unternehmensfilm 'speed'